»wort los lassen«

hin & aus gestellt …

»auf noch 1 wort« 03.12.2017 – 11.02.2018
interaktive Ausstellung im Staatstheater Darmstadt,
Bar Kammerspiele.

»auf 1 wort« 02.06. – 02.09.2017
interaktive Ausstellung in der Klause, Darmstadt.

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SEIT 2010 SAMMEL’ ICH WÖRTER.
JEDEN TAG EINS.

Hier in meinem HAFEN dokumentiere ich sie und füge jeden Tag ein neues Wort dazu. Ich ordne sie nebenbei in Kategorien wie »Einzelgänger« oder »Redewender« ein. Außerdem verschlagworte ich sie nach der Häufigkeit ihrer Vokale. Sie beschreiben nicht mich, meinen Tag, meine Dinge – mein Hafen ist kein Tagebuch!
Die Wörter sind einfach da. Und machen mit dem Betrachter das, was der Betrachter zulässt.

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WIE KOMMT ES ZU MEINEN WÖRTERN DES TAGES?

Mein Wort des Tages hat nichts mit persönlichen Gefühlen oder Stimmungen zu tun. Es ist auch nicht die Zusammenfassung des jeweiligen Tages.
Es ist ein Wort, das ich an diesem Tag lese, sehe, höre und aufschnappe. Es kann mich faszinieren oder irritieren. Oder vielleicht einfach nur komisch aussehen, schön klingen, inhaltlich bedeutend oder auch hässlich sein.

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WARUM ANDERE ZU IHREM WORT DES TAGES AUFFORDERN?

Sprache ist alltäglich und doch ein großes Mysterium.
In der Aneinanderreihung von einzelnen Elementen können wir uns ohne darüber tiefer nachzusinnen untereinander verständigen. Erst in der Berührung mit einer Fremdsprache wird bewusst, welche Barrieren plötzlich da sind, wenn das bewährte unbewusste System der Sprache nicht (mehr) so einfach funktioniert.

Auch wenn Sprache allgemeingültig ist, ist die Benutzung und Wahl der Wörter in der Kommunikation sehr individuell. Welches Wort also hat heute fasziniert, irritiert, inspiriert?
Die Sprache und ihre Wörter gehören uns allen – auf dass wir sie benutzen, persönlich und greifbar.

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Mit meiner Sammlung und Ausstellung möchte ich andere für die bewusste Nutzung einzelner Worte sensibilisieren und die Wertschätzung der (deutschen) Sprache verdeutlichen.
Es geht dabei nur um 1 wort – bewusst keine Phrase, kein Gruß.

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WARUM EINE SCHREIBMASCHINE?

Es ist das bewusste »Hacken«, »Anschlagen« und Entscheiden jedes einzelnen Buchstabens – um schlussendlich in der Kombination ein verstandenes Wort zu bilden.
Das Tippen mit einer Schreibmaschine ist unwiderruflich. Ursprünglich und ehrlich. In unseren Zeiten mittlerweile sogar nostalgisch und ungewohnt. Ich möchte jeden dazu auffordern, sich auf das Medium einzulassen und »sein Wort« wertzuschätzen – vom ersten Gedanken im Gehirn, transportiert über die Finger auf die Tasten, über die Farbrolle, bis zum Papier.

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WARUM AUF DER TOILETTE?

Ich komme von draußen, mache
die Tür zu und bin

für mich: allein. Kurz,
innehalten – un bewusst.
und doch
wartet draußen
vielleicht jemand – auf dich
auf einen Platz, frei.
Auf deinen Platz im moment sein,
allein.

Ich mache dir Türe zu.
1 moment bitte,
bin gleich wieder da.

Gedankengang, entlang … bin ich
hier? draußen? – noch – schon wieder?

1 Ort zum Aufhalten, Anhalten, inne. mich
halt. Spiegelblick – was sagst du?
guckst mich an. Anders als
dich viele kennen? so
willst du so
sein? Urteil fällen. Fall.

Wer bist du heute
wirst du morgen der, der du
warst oder der, der du sein
willst
du
bist, wer du bist. heute
morgen wird 1 neuer tag –

ich wünsche einen wunderbaren *

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D ank geht an *ich.